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Oster Nr. 22
abgerissen um 1890, heute um : Gellenbeckstraße (Parkplatz), 48607 Ochtrup
Schulze Pröpsting
Provestinchove / Pröbstinghof
heute : **DOC** - Designer Outlet Center Ochtrup
Fotos
- Verwaltungsbau der Firma Gebrüder Laurenz von 1893/1894.
- Auf dem Hofgelände, 250m südlich des ehemaligen Hofgebäudes erbaut.
Literatur
- Ochtrup - Ein Heimatbuch, von Anton Wegener 1960
- „Curia Provestinc“ (Pröpstinghof), Seite 147 bis 151
Geschichte
Am nördlichen Ende vom Werksgelände des ehemaligen Textilunternehmens der Gebr. Laurenz, dem heutigen DOC Ochtrup lag bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der Pröpstinghof, der wohl älteste Hof der Osterbauerschaft, dessen Geschichte bis in die altsächsische Zeit zurückreicht. In dieser Zeit muss die Hofanlage aufgrund ihrer Größe und Gebäudeanordnung, einer sogenannten Fliehburg mit Gräfte, vermutlich der Sitz eines sächsischen Adeligen und seiner Insassen gewesen sein. Während der Sachsenkriege (772–804) ging der Hof an die fränkische Krone, wurde Staatseigentum und bei der Gründung des Bistums Münster an den Bischof vergeben, der ihn mit anderen geschenkten Höfen dem Edlen von Horstmar zu Lehen gab. Als um das Jahr 1070 das Stift St. Mauritz gegründet wurde, vermachte die Edle Kunigunde von Horstmar das Erbe dem Stift. Seit dieser Zeit wurde der Hof Provestinchove oder Pröpstinghof genannt, weil er seine Abgaben von nun an dem Propst des Stiftes zu Mauritz zu entrichten hatte, sein ursprünglicher Name Uhtepe oder Ochtorpe, den der Hof in der fränkischen Zeit bekommen hatte, beschrieb nun eine kleine Ansiedlung von Gebäuden, die sich um die Kirche auf dem Grund und Boden des Hofes gebildet hatte. Während des Mittelalters unterstand die Curtis Provestinchove mit ihren Unterhöfen den Pröpsten zu St. Mauritz. De „scultethe“ (Schulte) van den Provestinchove genoss aufgrund seiner hervorgehobenen Stellung und seines ansehnlichen Grundbesitzes im alten Ochtrup ein grofles Ansehen. Nach dem alten Einkünfteregister des Stiftes St. Mauritz hatte er als Bauerrichter der Osterbauerschaft zweimal im Jahre ,Hyensprake“ auf seinem Hofe abzuhalten. Eines der ältesten Protokolle der Brechter Mark (1549) nennt ihn unter den „Gewahrten“ dieser Mark. Als solcher durfte er eine Anzahl Schweine jährlich zur Eichelmast in die Brechter Mark treiben, hatte dort freien und uneingeschrinkten Holzschlag, das Recht der Plaggenmaht und das Jagdrecht. Wegen dieser bevorrechtigten Stellung wurden ihm bei der Markenteilung um die Mitte des vorigen Jahrhunderts 100 Morgen Heideland in der Brechte zugesprochen. Generationen hindurch bekleidete der Besitzer des Hofes das Amteines Kirchspielsvorstehers und eines Kirchenprovisors. Um 1765 war Gerhard Wilhelm Schulze Propsting, geboren 1734 als Sohn des Johann Theodor Schulze Propsting und der Anna Margareta Gertrudis Volkery, des iltesten Sohnes des Schulzen Bernhard aus zweiter Ehe mit Catharina Dummelkampf, Konsul und Bürgermeister von Ochtrup. Im Jahr 1883 ging der Hof an die Familie Laurenz über, die schon am 13. August 1854 die A. & B. Laurenz gründeten und hier eine Fabrik mit deren Stammsitz errichteten. Ein alter Brunnen auf dem Parkplatz Nord 2 des bildet heute den letzten Überrest des ehemals größten Bauernhofs der Gemeinde.
Stammfolge :
- 1498 Schultetus Provestinc gehörte mit Margarethe, Haeske und Gerdt Pröbsting zu den Schatzungspflichtigen.
- Nach der Hausstittenschatzung von 1676/1680 gab er 1676 einen Reichstaler
- 1672 Berndt Schulte Probstink und Anna Adelheid Schulte
- 1680: 3 Reichstaler 10 Silbergroschen in Schatzung.
- Um die Zeit besaß er einen Pflug und trieb 4 Pferde.
- 1683 Witwer Berndt Schulte Pröbstink und Katharina Dummelkamp, 11 Kinder:
- 1673 Katharina, 1675 Adelheid, 1677 Gerdt, 1684 Johann (Theodor), 1685 Berndt, 1688 Maria, 1690 Gertrud, 1692 Maria, 1694 Katharina, 1696 Katharina, 1699 Maria
- 1710 Sohn Gerdt Schulte Pröpsting und Katharina Niehues
- 1726 Witwer Gerdt Schulte Pröpsting und Helene Schulte Albers
- er hat 10 Kinder:
- aus 1. Ehe: 1715 Johann Berndt, 1719 Gerith Melchior, 1723 Anna Katharina Maria
- aus 2. Ehe: 1727 Johann Heinrich, heiratete 1756 Anna Oelerich, 1779 Maria (Zurlohe), 1729 Johann Gerhard, 1731 Maria Adelheid, 1733 Anna Elisabeth, 1735 Anna Maria, 1738 Anna Angela, 1740 Gerhard Bernhard, heiratete 1769 Johanna Rauens
- 1744 Sohn Bernhard Schulte Pripsting und Maria Holtmann, 9 Kinder:
- 1746 Gerhard Heinrich, 1747 Anna Katharina Helene, 1748 Anna Maria, 1750 Maria Adelheid, 1752 Gerhard Bernhard Heinrich, 1755 Johann Heinrich, 1757 Johann Theodor, 1760 Johann Gerhard Bernhard, heiratete 1784 Elisabeth Wessling, 1762 Ferdinand
- 1789 Sohn Johann Heinrich Schulte Propsting und Anna Maria Ostendorf, 6 Kinder:
- 1790 Anna Maria Elisabeth, 1792 Johann Bernhard Heinrich, 1795 Maria Katharina, 1796 Anna Maria Adelheid, 1798 Gerhard Bernhard, 1801 Johanna
- 1824 Sohn Bernhard Schulte Propsting und Adelheid Ostendorf
- 1834 Witwer Bernhard Schulte Prépsting und Anna Maria Steven, 9 Kinder:
- 1825 Johann Heinrich, 1826 Maria Elisabeth, 1827 Maria Adelheid, 1828 Katharina Elisabeth, 1831 Katharina Gertrud, heiratete 1851 Theodor Viefhues, 1833 Anna Klara, 1835 Bernhard Heinrich, 1837 Gerhard Hermann, heiratete 1861 Adelheid Schomaker nach Wiegbold 106, 1839 Johann Heinrich, heiratete 1877 Elisabeth Krabbe
- 1851 Tochter Katharina Schulte Propsting und Theodor Viefhues genannt Schulte Propsting, 8 Kinder:
- 1852 Maria Katharina, 1856 Johann Bernhard, 1857 Maria Katharina, 1858 Klara Elisabeth, 1863 Elisabeth, 1864 Bernhard Ernst, 1865 Maria Franziska, 1867 Anna
- Stammfolge des Konsul Gerhard Wilhelm Schulte Pröpsting (ab 1765 Bürgermeister von Ochtrup)
- Grofeltern: Berndt Schulte Pröpsting und Katharina Dummelkamp
- Eltern: Johann Theodor Schulte Pröpsting, geb. 1684, und Anna Margaretha Gertrudis Volkeri, Ehe 1732, Kinder:
- 1734 Gerhard Wilhelm, 1736 Maria Gertrud, 1737 Wilhelm Anton, 1740 Anna Maria Christine, 1742 Katharina Agnes, 1745 Anna Elisabeth
- 1767 heiratete Konsul Gerhard Schulte Pripsting Antonietta Juliane von Horn in Lüttinghaus, Erbin und Besitzerin des von Sladeschen Rittergutes Lüttinghaus in der Weiner-Bauerschaft. Kinder:
- 1770 Therese Bernardine Charlotte, 1772 Christine Franziska, 1775 Maria Margaretha Agnes, 1777 Ernestus Wilhelmus Theodorus
- Die Familie stirbt aus.
Karten
Ochtrup Bauerschaft Oster Ochtrup - Teil der Brechter Mark 1787
Verzeichnungseinheit Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 051 / Karten A (Allgemein), Nr. 10585
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1932
Karte TK 25 2020
Karte Google Maps 2026
Gellenbeckstraße (Parkplatz) Google-Maps
Gellenbeckstraße (Parkplatz) Google Earth
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