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Holperdorp
Dieses ist die Beschreibung der Bauerschaft Holperdorp.
Hausstätten- und Höfeliste
Literatur
- Herausgegeben von der Gemeinde Lienen (Westfalen)
- und Friedrich Ernst Hunsche 1965
Geschichte
Die erste Nachricht über die Bauerschaft Holperdorp stammt aus einer (allerdings gefälschten) Urkunde aus dem Jahr 804. Damals soll Kaiser Karl der Großen der Osnabrücker Kirche und ihrem Bischof Wiho einen Bannforst zwischen den folgenden Punkten verliehen haben: Farnwinkel – Rutanstein – Angeri – Osning – Sinithi – Bergashoviti – Drevenomeri – Etanasfeld – Dumeri. Der angeführte Rutanstein ist die Grafentafel an der Nordwestgrenze der Bauerschaft Holperdorp. Der zweite urkundliche Nachweis über Holperdorp stammt vom 15. Juli 965 und besagt, dass Kaiser Otto I. der Osnabrücker Kirche und ihrem Bischof Drogo einen genau begrenzten Bannforst schenkte. „Forestum infra his locis situum Farnwinkil (Flur in Glandorf), Hratansten (Grafentafel), Angare, Osning, Sinithi, Bergashavid (Bergeshovede), Drevenameri, Stenesfeld, Diumeri (Dimmer) in perpetuum proprietatis usum donavimus …”. Im Jahr 1291 wird der Ort erstmals als Holteburdorpe erwähnt. Zur gleichen Zeit erhielt der Ritter Baldewin von Varendorpe vom Bischof von Osnabrück den Zehnt über Holperdorp als Iburger Burglehen. Von 1350 bis 1366 besaß Fredericus de Varendorpe in Yborch (Iburg) den Zehnt in Holteburdorpe in der „parrochia Line” (Kirchspiel Lienen), der ihm vom Bischof Johann Holt von Osnabrück verliehen wurde. In späterer Zeit wurde aus „Holteburdorpe” die Wortform „Holperdorp”. So heißt die Bauerschaft in den Schatzungsregistern von 1577 und 1590 sowie in anderen Akten. Im Jahr 1494 hieß es aber noch „Holterperdarpe”. Im Jahr 1655 hatte der Bischof von Osnabrück in Holperdorp noch Zehnten- und Abgaberechte an Hühnern aus dem Kirchspiel Lienen, die, wie es in einem Rezess vom 5. August 1655 heißt, „ein zeitlicher Gograf zu Iburg jährlich erhebt”. In der Bauerschaft Holperdorp gibt es, anders als in den übrigen Bauerschaften der Gemeinde Lienen, keinen geschlossenen Ursiedlungskern. Hier liegen, bedingt durch die hügelige Landschaft, die alten Höfe entlang des Bauerschaftswegs, der in Ost-West-Richtung das Holperdorper Tal durchzieht. Der Mittelpunkt der Bauerschaft wird durch den Hof Mindrup (Middendorp) angedeutet. (*WUB / *OUB)
Um 1800 waren in Holperdorp gegen Brandschäden folgende Gebäude versichert: 23 Eigenbesitzungen, Kolonien und Neubauernhöfe, 12 Kotten oder Leibzuchten, 13 Backhäuser, 8 Heuerhäuser, 2 Kornspeicher, 2 Schafställe, 1 Bockemühle, 21 Scheunen und 2 Ofenbackhäuser, insgesamt 84 Gebäude. Die Zahl der Einwohner in Holperdorp belief sich im Jahr 1749 auf 249 Personen, im Jahr 1808 auf 299 Personen, im Jahr 1852 auf 391 Personen, im Jahr 1885 auf 326 Personen und im Jahr 1939 auf 396 Personen. An Auswanderern konnten 260 Personen ermittelt werden. Im Jahr 1961 hatte Holperdorp 389 Einwohner.
Karten
Dokumente
Verweise
* OUB : Osnabrücker Urkundenbuch
- Verzeichnungseinheit Kreisarchiv Steinfurt BIBLIO / Präsenzbibliothek, Nr. DEL 07/063(DEL 07/063)




