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Borghorst
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Geschichte
Namensgebung :
- Burhurst, Bornhorst, Burchorst, Burchurst, Borchorsth, Borchorst, Borghorst
- Das Wort Burchurst ist ein zusammengesetztes und besteht aus Burc und hurst. Dabei bezeichnet „Burc“ eine Burg oder ein befestigtes Schloss (castrum), während mit hurst oder horst der Wald gemeint ist.→ „Die Burg im Wald“
Das Borghorster Gebiet war schon im 8. Jahrhundert besiedelt. Bereits in das 9. Jahrh. zurückdatieren lassen sich Baumsärge, die in der Nähe der Pfarrkirche, auf dem alten Stiftsgelände, um 1880 ausgegraben wurden. Die Grafen, welche hier wohnten, führten urkundlich den Namen Grafen von Borchorst oder Edle von Borchorst. Erstmals mit der Nachricht vom Tode des Grafen Bernhard von Borghorst im Jahr 935 betreten wir geschichtlichen Boden. Der Ort wurde am 23. Oktober 968 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Denn seine Witwe Bertha und seine Tochter Hedwig gründeten das Stift Borghorst. Der Ort wurde am 23. Oktober 968 erstmals in einer Urkunde erwähnt. In dieser Urkunde wurde der Gräfin Bertha und ihrer Tochter Hathewig von Kaiser Otto I. gestattet, ihre befestigte Burg in eine klösterliche Lebensgemeinschaft (Kanonissen), das spätere, freiweltlich-adelige Damenstift Borghorst, umzuwandeln. Auch der Bau der ersten Kirche wurde durch drei Kaiserurkunden bestätigt. Es sind dies die Urkunden der sächsischen Kaiser Otto I., Otto II. und Otto III. aus den Jahren 968, 974 und 989. Borghorst entwickelte sich jedoch erst im Laufe des 13. Jahrhunderts zu einem Dorf, als aus den hofnahen Flächen des zur Abtei gehörenden Vehoffs (Viehhofs), heute Schulze Raestrup, Hausstätten ausgegliedert wurden, die gegen ein sog. Wortgeld als erblicher Lehensbesitz an Bauwillige abgegeben wurden. Doch siedelten sich zunächst nur wenige Bauern und Handwerker an. So wurden 1459 lediglich 19 Wortstätten im Pachtbuch der Abtei aufgeführt. Einen größeren Bevölkerungszuwachs erfuhr Borghorst erst zum Ende des 30jährigen Krieges, als die Bevölkerung von 30 Familien (1645) auf 114 Familien (1650) hinaufschnellte. Der dennoch kleine Ort, über den die Grafen von Steinfurt seit 1271 bzw. 1297 die Vogtei ausübten, gelangte nach dem Vertrag von 1716 zwischen den Steinfurter Grafen und dem Fürstbischof von Münster unter die münsterische Landesherrschaft.
1811 wurde das Stift nach 843 Jahren aufgehoben. Mit dem fortschreitenden Wachstum wurde 1885 die alte Stiftskirche abgebrochen, um eine neue, erheblich größere Kirche errichten zu können. Diese neue Pfarrkirche St. Nikomedes entstand 1885–1889; ihr Architekt war der in Köln geborene Hilger Hertel der Ältere (1831–1890), der an der Kölner Dombauhütte ausgebildet worden war. Der Kirchenraum hat eine Gesamtlänge von 66 m, ist 26 m breit und 21 m hoch; damit ist die Kirche eine der größten Hallenkirchen in Nordrhein-Westfalen. Die Turmhöhe der Kirche beträgt 99 m. Während der Bauzeit ereigneten sich drei tragische Unfälle, bei denen ein Bauarbeiter schwer und zwei tödlich verletzt wurden. 1806 fiel Borghorst an das Großherzogtum Berg und 1811 sogar an das Kaiserreich Frankreich. Doch schon 1813 richteten die Preußen sich in Westfalen ein und gründeten 1816 den Kreis Steinfurt, zu dem auch Borghorst gehörte, das mit dem früheren Rentmeister des Stiftes Coermann sogar den ersten Landrat stellte.
Das insbesondere nach dem Bau der Eisenbahn Münster-Gronau-Enschede erfolgte Aufblühen der Textilindustrie führte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem weiteren rapiden Anstieg der Bevölkerung. Gab es 1861 lediglich 2063 Einwohner, so sind es 1879 bereits 4100. So kann es nicht verwundern, daß auch die kleine Stiftskirche der wachsenden Zahl der Gläubigen nicht mehr ausreichend Platz bieten konnte. In den Jahren 1886-96 wurde daher an ihrer Stelle von dem münsterischen Diözesanbaumeister Hilger Hertel d. Ä. die wesentlich größere Nikomedes-Kirche im neugotischen Stil erbaut. Die riesigen Ausmaße des Baues sind nicht nur ein Hinweis auf die Seelenzahl der Gemeinde sondern auch auf deren hohe Finanzkraft infolge der rasanten Industrialisierung. Dies wird auch deutlich an dem gleichzeitig durchgeführten Bau des Rathauses, das 1888 bezogen wurde. Die Aufgaben der Gemeindeverwaltung waren mit der Einwohnerzahl gewachsen und hatten zu einem höheren Personalbedarf geführt. Auch auf das Ortsbild des Dorfes Borghorst hatte der wirtschaftliche Aufschwung große Auswirkungen. Entlang der Münsterstraße entstanden eine Reihe von repräsentativen Privat- und Geschäftsbauten, so daß Karl Döhmann in seinem 1903 erschienenen Führer für Burgsteinfurt von dem nahe gelegenen Borghorst sagen konnte: „Der freundliche Ort mit seinen Villen und hübschen Häusern zeigt ganz städtischen Charakter.“ Doch erst 1950 wurden Borghorst die Stadtrechte verliehen, als die Einwohnerzahl sich durch die Ostvertriebenen noch einmal auf insgesamt rd. 17 000 gesteigert hatte. Ebenso wie im 19. Jahrhundert die Zuwanderung der Textilarbeiter führte auch der Zustrom der Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg zu einem großen Wohnungsbedarf, der eine rege Bautätigkeit hervorrief und zu einer raschen Ausbreitung von Baugebieten in die Bauerschaften hinein führte. Am 21. Mai 1950 wurde Borghorst mit den Ortsteilen (ehemalige Bauerschaften) Dumte, Ostendorf und Wilmsberg zur Stadt ernannt.
Mit Inkrafttreten des Münster/Hamm-Gesetzes am 1. Januar 1975 entstand die neue Stadt Steinfurt mit den Stadtteilen Borghorst und Burgsteinfurt.




