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wiki:16_steinfurt_nordwalde

Gemeinde Nordwalde

www.Nordwalde.de

Dieses ist die Beschreibung der Gemeinde Mettingen mit ihren früheren Nordwalde, den ihnen folgenden Gemeinden und den Kirchengemeinden (Kirchspielen).

Hausstätten- und Höfeliste

Literatur

Geschichte

Der Ortsname „Nordwalde“ wird urkundlich erstmals im Jahr 1151 in einer Steuerurkunde erwähnt, mit der vom Bischof von Münster die Besitzungen des Klosters Asbeck u. a. unter Nennung eines Zehnten in „Northwalde“ bestätigt wurden. Zu dem seit 1180 bestehenden Hochstift Münster zählten auch vier in Nordwalde gelegene Herrensitze, zwischen denen Urkunden zufolge die „Edlen von Borghorst“ eine Kirche hatten erbauen lassen: Der Pröbstinghof, was Hof des Dompropstes bedeutet, wurde erstmals 1265 urkundlich erwähnt. Ungefähr aus der gleichen Zeit dürfte der Bispinghof (Hof des Bischofs) stammen, denn beide Herrensitze gingen aus frühmittelalterlichen sächsischen Haupthöfen hervor. Die zwei weiteren ehemaligen Herrensitze Haus Herzhaus und Haus Althaus gehörten zum gleichnamigen Adelsgeschlecht Althaus (auch Herren von Oldenhues genannt), wobei es sich bei Haus Althaus um ein von Juli 1505 bis 1727 von der Dompropstei Münster als Lehen überlassenes Rittergut handelte. Dieses Rittergut war durch eine Doppelgräfte vor Eindringlingen geschützt. Ein großes Steinhaus, das Mitte des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde, war Vorgängerbau des heutigen Herrenhauses. Zum Hof gehörte auch ein in einem Waldgelände gelegener, durch Wälle und einen Wassergraben abgetrennter Kotten. In diesen wurden in Epidemiezeiten (insbesondere Pest und Typhus) Einwohner mit ansteckenden Krankheiten unter Quarantänebedingungen umgesiedelt und karitativ mit dem Notdürftigsten versorgt. Ortsunkundige Passanten wurden mit einer Klapper davor gewarnt, den Quarantänebezirk zu betreten. Ab 1727 ging das Rittergut in den Lehensbesitz der Familien Prysing und von Kaas über, bis die Dompropstei Münster das Lehen im Jahr 1772 mangels genügender Erträge gegenüber den Lehensnehmern aufkündigte. Im Jahr 1875 ging Haus Althaus in das Eigentum des Fürsten zu Bentheim-Steinfurt über.

Vermutlich spätestens seit dem 16. Jahrhundert bis Ende 1802 gehörte Nordwalde zum Amt Wolbeck des Hochstifts Münster. Nordwalde litt in der Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, wie andere Gemeinden und Städte auch, unter mehreren Epidemien, insbesondere Pest und Typhus, sowie unter vielen Kriegen. Auf Grund der geographischen Nähe zur damaligen Republik der Sieben Vereinigten Niederlande lag Nordwalde zeitweise im Aufmarschgebiet von Truppen, die sich in den Unabhängigkeitskampf der protestantischen Niederlande einmischten. So lagerten spanische Truppen im Jahr 1590 im Zuge des Achtzigjährigen Krieges ein halbes Jahr in Nordwalde und schröpften die umliegenden Bauerngehöfte (mit hundert Reitern verwüsteten sie sogar Borghorst). Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) brachte weiteres Elend. Auch in der Zivilbevölkerung waren diesmal viele Tote aufgrund von Übergriffen zu beklagen. Ein Unterführer im Heer des sogenannten „tollen Christians“ (Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel) hatte um 1623 im Zusammenhang mit Gefechten und schließlich der verlorenen Schlacht zwischen Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel und den Heerscharen von Tillys im Lohner Bruch bei Stadtlohn (6. August 1623) sein Quartier in Nordwalde aufgeschlagen. Mit seinem Abzug folgten weitere Plünderungen und Verwüstungen durch siegreiche kaiserliche Truppen, die dem unterlegenen Heer des Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel auch auf Nordwalder Gebiet nachsetzten. Nach Kriegsende (Westfälischer Friede 1648) erholte sich die Nordwalder Bevölkerung allmählich. Vom Französisch-Niederländischen Krieg (1672–1679) dürfte Nordwalde zumindest indirekt in Mitleidenschaft gezogen worden sein, da sich das Hochstift Münster mit dem französischen König Ludwig XIV. gegen die protestantischen Niederlande verbündet hatte. Für die umliegende Landschaft von Reckenfeld noch heute prägend sind die Wallgräben des in den Jahren 1724/25 gebauten Max-Clemens-Kanals, der am westlichen Rand von Reckenfeld entlang verlief. In die Wirren des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) wurde Nordwalde 1757 hineingezogen, als die französische Armee vom Niederrhein aus in Richtung Bielefeld vorrückte, um schließlich in der Schlacht bei Hastenbeck auf Verbündete Preußens, die sogenannte Observationsarmee, zu stoßen. Im Zuge der Napoleonischen Kriege fiel Nordwalde 1803 unter die Herrschaft des Fürstentums Rheina-Wolbeck, das Mitte 1806 in das Großherzogtum Berg eingegliedert wurde. Nordwalde gehörte nunmehr zum machtpolitischen Einflussgebiet des Kaiserreichs Frankreich. Erst nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 gehörte Nordwalde als Landgemeinde im Kreis Steinfurt in der Provinz Westfalen zu Preußen. Von 1843 bis zur Aufhebung aller preußischen Einzelgemeindeämter im Jahre 1934 bildete Nordwalde ein eigenes Amt.

Die Gemeindegliederung besteht aus den Ortsteilen der ehemaligen Bauerschaften Feldbauerschaft, Kirchbauerschaft, Scheddebrock, Suttorf, Westerode und des Dorfes Nordwalde (Ortskern). Ein Kuriosum in der Nordwalder Gemeindegeschichte stellte die Siedlung Reckenfeld dar. Bei der Errichtung des mehrere Hektar umfassenden Munitionslagers auf dem ehemaligen Kirchspiel „Reckenveld“ im Jahr 1916 hatte die preußische Militärverwaltung bestehende Grenzen der Gemeinde Nordwalde und der Stadt Greven außer Acht gelassen, so dass sich ein nordwestlicher Teil auf Nordwalder Gebiet erstreckte (sogenannter „Ortsteil B“, abgeleitet vom Block B des Munitionsdepots). Die dortigen Einwohner waren mit dieser Situation höchst unzufrieden, da sie als Nordwalder Bürger in einer Art Enklave lebten und keinen Einfluss auf sie betreffende Entscheidungen der Stadt Greven hatten (so waren ihre Kinder lediglich Gastschulkinder in den auf Grevener Gebiet liegenden Schulen). Die Gemeindeverwaltung Nordwalde hielt in diesem Grenzgebiet wöchentlich einen Sprechtag für Nordwalder Bürger ab, die schließlich – insbesondere mit einer Unterschriftenaktion – die Eingemeindung nach Greven erreichten. Sie erfolgte am 1. Januar 1964.

Karten

Karte Nordwalde im Alt-Kreis Steinfurt

Gemeinde Nordwalde im Kreis Steinfurt

Ortsteile Gemeinde Nordwalde

Dokumente

Verweise

Auskünfte

Gemeindearchiv Nordwalde

Heimatvereine

Heimatverein Nordwalde

Auskünfte erhalten Sie unter:

                  info@westfalenhoefe.de
wiki/16_steinfurt_nordwalde.txt · Zuletzt geändert: von michael

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