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Greven

Dieses ist die Beschreibung der Stadt Greven mit ihren früheren Bauerschaften, den ihnen folgenden Gemeinden und den Kirchengemeinden (Kirchspielen).

Geschichte

Greven ist in die Kernstadt an der Ems, die Ortsteile Reckenfeld, Gimbte und Schmedehausen sowie die Bauerschaften Aldrup, Bockholt, Fuestrup, Guntrup, Hanseller Floth, Hembergen, Herbern, Hüttrup, Maestrup, Pentrup, Schmedehausen, Westerode und Wentrup unterteilt.

Greven leitet sich aus dem Siedlungsnamen „Grevaon“ (Werdener Urbar, Ende 9. Jahrhundert) ab, was so viel bedeutet wie „bei den Gräben“ und sich auf die vor- und frühgeschichtlichen Emsarme (Laken, tote Flussbette) bezieht.

Zur Zeit der Sachsen liegt Greven an der nördlichen Spitze des Dreingaus. Zu diesem Zeitpunkt scheint es rund um den Ort verschiedene bäuerliche Anwesen gegeben zu haben. Das Freilichtmuseum „Sachsenhof“ in Greven-Pentrup ist die Konstruktion eines Anwesens, das im münsterschen Stadtteil Gelmer ausgegraben wurde. Seit Beginn der Sachsenkriege (772–804) sind fränkische Siedler nachweisbar.

Grevens Lage an einem Emsübergang und am Ende der schiffbaren Ems bestimmten lange Zeit die Entwicklung des Dorfes. Zur Sicherung des Emsübergangs wurden acht Höfe, die durch einen Vogt verwaltet wurden, entlang der heutigen Markt- und Münsterstraße angelegt. Ca. 793 Gründung der Kirche St. Martinus durch den heiligen Liudger. Greven zählt zu einer der Urpfarreien, die um 800 von Bischof Liudger gegründet wurden. Um 900 wird der Name „Grevaon“ erstmals urkundlich erwähnt. Zwischen 900 und 1200 gab es eine mittelalterliche Siedlung im heutigen Gewerbegebiet Wentrup-Ost, die jüngst archäologisch untersucht wurde. Seit 1200 hatte Greven das Marktrecht, das wohl mit der exponierten Lage des damaligen Dorfes zusammenhängt. Der Markt im August besaß überregionale Bedeutung.

1257 wird erstmals die Burg Schöneflieth am Emsübergang erwähnt, die dem Ritter Dietrich von Schoenenbeke gehört. Sie wird 1275/76 von Bischof Eberhard von Diest zerstört, unter anderem wohl, weil Dietrich sich als Raubritter betätigte. 1335 bis 1370 errichtet das Münstersche Domkapitel fast an der gleichen Stelle eine neue Burg, die als Zollburg und zum Schutz des Emshafens dient. Diese Burg verfiel ab 1803, heute sind nur noch wenige Spuren davon zu sehen.

Ende des 16. Jahrhunderts erlebte Greven wegen seiner guten geographischen Lage einen gewissen Aufschwung durch den Fernhandel. Die Emsschifffahrt lebte durch die Pünten (flache Fluss-Schiffe) wieder auf. Der Grevener Markt erlitt allerdings 1598 einen herben Rückschlag durch einen dramatischen Überfall von niederländischen Reitern und verlor infolgedessen an überregionaler Strahlkraft.

Plünderungen, Seuchen und Brände trugen während des Dreißigjährigen Krieges und danach zum Niedergang des Dorfes bei. Erst ab 1700 nahm Greven vor allem durch den Textilhandel wieder einen gewissen Aufschwung. 1803 wurde das bis dahin fürstbischöfliche Dorf preußisch und gehörte ab 1808 zum Großherzogtum Berg und 1811 zum französischen Kaiserreich, ehe Greven infolge des Wiener Kongresses wieder zu Preußen kam. Verwaltungsmäßig gehörte es von da an zum Landkreis Münster im Regierungsbezirk Münster der Provinz Westfalen.

Mit der Gründung der Grevener Baumwollspinnerei 1855 begann in Greven die Industrialisierung, die vor allem durch das Kapital der im Fernhandel wohlhabend gewordenen Kaufmannsfamilien vorangetrieben wurde.

Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Regierung des Landes Nordrhein-Westfalen in Münster erhielt die Gemeinde Greven-Dorf am 28. Januar 1950 das Stadtrecht. Am 10. August 1952 wurden die Gemeinden Greven rechts der Ems und Greven links der Ems, die am 1. Oktober 1894 durch Ausgliederung aus Greven selbständig geworden waren, wieder eingegliedert.[6] Die Gemeinde Gimbte wurde am 1. Januar 1975 eingemeindet.

Bauerschaften

Karten

Alt-Landkreis Münster

Stadt Greven im Kreis Steinfurt

Greven, siehe: Maps

Dokumente

Stadtarchiv Greven

Heimatverein

Heimatverein Greven

Auskünfte oder weitere ausführliche Unterlagen in digitaler Form zu einzelnen Höfen erhalten Sie unter:

                  info@westfalenhoefe.de
wiki/greven.txt · Zuletzt geändert: 2019/06/04 14:34 von juergen